16 Tage gegen Gewalt
Sylvia Kosek • 26. November 2025
16 Tage gegen Gewalt: Warum Psychotherapie bei der Bewältigung von Gewalt eine zentrale Rolle spielt
Jedes Jahr zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember finden die „16 Tage gegen Gewalt“
statt – eine internationale Kampagne, die auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen soll. Doch die Aktionstage erinnern uns auch daran, dass Gewalt in all ihren Formen viele Menschen betrifft: körperlich, psychisch, sexualisiert, digital oder strukturell.
Gewalt hinterlässt Spuren – oft tief im Inneren. Psychotherapie kann Betroffenen helfen, diese Erfahrungen zu verarbeiten. Doch auch für Angehörige und alle, die sich informieren möchten, lohnt ein Blick auf das, was Gewalt mit Menschen macht und wie Heilung aussehen kann.
Was bedeutet Gewalt eigentlich?
Viele denken bei Gewalt zuerst an körperliche Übergriffe. Doch Gewalt hat viele Facetten. Dazu gehören:
• Psychische Gewalt: Beschämung, Abwertung, Drohungen, Isolation
• Sexualisierte Gewalt: Übergriffe, Nötigung, Grenzverletzungen
• Ökonomische oder digitale Gewalt: Kontrolle von Geld, Handy, Kommunikation
• Strukturelle Gewalt: Ungleiche Chancen, Abhängigkeiten, systematische Benachteiligung
Oft kommen mehrere Formen gleichzeitig vor – und oft sind sie unsichtbar.
Viele Betroffene fragen sich: „War das schon Gewalt?“ Oder: „Vielleicht war es gar nicht so schlimm.“
Doch Gewalt beginnt immer dort, wo Grenzen verletzt werden.
Wie wirkt Gewalt auf die Psyche?
Gewalt erschüttert das Vertrauen in andere – und oft auch in sich selbst. Zu den Folgen können gehören:
• Angst und Unsicherheit
• Schlafstörungen oder Albträume
• Übererregung oder Schreckhaftigkeit
• Scham- und Schuldgefühle
• Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen
• Selbstwertprobleme
• Depressionen
• Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Viele Betroffene erleben zudem ein Gefühl von „Gefangensein“ – manchmal sogar noch lange nach dem Ende der gewaltvollen Beziehung.
Wie kann Psychotherapie helfen?
Psychotherapie setzt dort an, wo Gewalt Menschen verletzt hat – seelisch, emotional und im Selbstbild. Je nach Bedarf kann sie:
1. Sicherheit wiederherstellen
Ein erster Schritt besteht darin, Stabilität aufzubauen. Betroffene lernen, innere und äußere Ressourcen zu nutzen und wieder Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen.
2. Erlebtes verstehen und verarbeiten
In einem geschützten Rahmen können traumatische Erfahrungen sortiert, benannt und in das eigene Leben eingeordnet werden.
3. Selbstwert stärken
Gewalt vermittelt oft das Gefühl, „nicht gut genug“ oder „schuld“ zu sein. Therapie hilft, ein realistisches, stärkendes Selbstbild zu entwickeln.
4. Beziehungen neu gestalten
Viele Betroffene haben nach gewaltvollen Erfahrungen Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen oder Grenzen zu setzen. In der Therapie können neue Beziehungsmuster entstehen.
Was können Angehörige tun?
Viele Menschen wissen nicht, wie sie reagieren sollen, wenn ihnen jemand von Gewalt erzählt. Dabei helfen oft schon kleine Schritte:
• Zuhören – ohne zu urteilen
• Betroffene ernst nehmen
• Nicht drängen, sondern unterstützen („Ich bin für dich da, egal wann du bereit bist“)
• Informationen über Hilfsangebote weitergeben
• Eigene Grenzen wahren
Niemand muss allein durch diese Situationen gehen – und auch Angehörige dürfen sich Unterstützung holen.
Warum die 16 Tage gegen Gewalt wichtig sind
Die Kampagne schafft Sichtbarkeit: für Betroffene, für Hilfsmöglichkeiten, für gesellschaftliche Verantwortung. Gewalt passiert nicht „woanders“ – sie passiert überall. Und sie betrifft uns alle.
Die 16 Tage erinnern uns daran, dass Schweigen Gewalt verstärkt – und dass Aufklärung, Sensibilisierung und ein offener Umgang die wichtigsten Schritte sind, um Gewalt zu beenden.
Wo Betroffene Unterstützung finden
• Ärztinnen und Psychotherapeutinnen
• Beratungsstellen für Gewaltbetroffene
• Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen
• Hilfetelefone und Onlineberatungen
• Trauma- und Krisendienste
Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Schritt in Richtung Sicherheit und Selbstbestimmung.
Fazit
Die „16 Tage gegen Gewalt“ sind ein Aufruf hinzuschauen – in Familien, Partnerschaften, Schulen, Online-Räumen und in uns selbst. Psychotherapie kann Menschen auf ihrem Weg aus der Gewalt begleiten, ihnen Stabilität schenken und neue Perspektiven eröffnen.
Jede Unterstützung zählt. Jede Stimme zählt. Jede Geschichte zählt.
Und jeder Mensch verdient ein Leben ohne Angst.

In unserer leistungsorientierten Gesellschaft gilt Erfolg oft als Maßstab für Selbstwert. Viele Männer definieren sich über Arbeit, Zielstrebigkeit und Kontrolle. Doch was passiert, wenn der innere Druck zu groß wird – und aus Anspannung Angst wird? Immer mehr Männer leiden unter Angststörungen, die sich hinter Perfektionismus, Überforderung oder Erschöpfung verbergen. Angst ist ein natürliches Gefühl – aber wenn sie den Alltag bestimmt, ständig präsent ist oder körperliche Symptome verursacht, wird sie zur Belastung. ⚙️ Warum Männer anders mit Angst umgehen Männer sprechen selten über Angst. Schon früh lernen viele: „Reiß dich zusammen“, „Hab keine Angst“, „Bleib stark“. Dieses Rollenbild führt dazu, dass Angst nicht als Emotion, sondern als Schwäche wahrgenommen wird – und deshalb verdrängt wird. Doch Angst verschwindet nicht, wenn man sie ignoriert. Sie zeigt sich dann auf andere Weise: als Reizbarkeit, als ständige Unruhe, als übermäßige Kontrolle, oder als körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Schlafstörungen oder Verspannungen. Viele Männer funktionieren nach außen perfekt – und fühlen sich innerlich leer, angespannt oder kurz vor dem Zusammenbruch. 💡 Typische Anzeichen von Angst und Leistungsdruck Angststörungen zeigen sich bei Männern oft subtil – besonders, wenn sie mit hohem Leistungsanspruch verbunden sind. Häufige Symptome sind: ständige Sorgen um Leistung, Job oder finanzielle Sicherheit übermäßiger Perfektionismus, Angst vor Fehlern innere Getriebenheit, Unruhe oder Erschöpfung Grübeln, Kontrollverhalten, Entscheidungsschwierigkeiten Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen körperliche Symptome ohne organische Ursache (z. B. Herzrasen, Schwindel, Magenprobleme) Rückzug oder Reizbarkeit Viele Betroffene beschreiben es so: „Ich bin ständig angespannt – aber ich weiß gar nicht mehr, warum.“ 🔄 Der Kreislauf aus Angst und Leistung Angst und Leistungsdruck verstärken sich gegenseitig: Wer Angst hat zu versagen, strengt sich mehr an. Je mehr man sich anstrengt, desto höher werden die Erwartungen – und desto größer die Angst, nicht mehr zu genügen. Dieser Teufelskreis führt oft zu Erschöpfung, Schlafmangel oder sogar Panikattacken. Nach außen wirkt der Betroffene erfolgreich, doch innerlich herrscht Dauerstress. 💬 Wie Psychotherapie helfen kann In der Psychotherapie geht es nicht darum, Angst „abzuschalten“ – sondern sie zu verstehen. Angst ist ein Warnsignal des Körpers, das auf Überforderung hinweist. Therapeutische Unterstützung hilft eigene Stressmuster zu erkennen, unrealistische Ansprüche loszulassen, den Körper als Frühwarnsystem zu verstehen, und gesunde Formen der Selbstfürsorge zu entwickeln. Viele Männer erleben in der Therapie zum ersten Mal, dass Verletzlichkeit kein Scheitern, sondern ein Weg zu mehr Authentizität und Stabilität ist. ❤️ Fazit: Mut heißt, Angst anzuschauen Leistungsdruck gehört zum modernen Leben – aber er darf nicht zur inneren Gefängniszelle werden. Wer den Mut hat, über seine Ängste zu sprechen, gewinnt nicht Schwäche, sondern Freiheit. Psychotherapie kann helfen, die Angst zu verstehen – und wieder mehr Leichtigkeit ins Leben zu bringen.

Viele Menschen greifen in stressigen Zeiten zu einem Glas Wein, einem Feierabendbier oder scrollen sich durch Stunden am Smartphone. Doch was passiert, wenn dieses Verhalten nicht mehr der Entspannung dient, sondern zur Gewohnheit wird – oder zur einzigen Möglichkeit, abzuschalten? Besonders Männer neigen dazu, Belastung mit „funktionalen“ Strategien zu begegnen: arbeiten, leisten, durchhalten. Gefühle wie Angst, Scham oder Überforderung werden selten offen gezeigt. Stattdessen suchen viele unbewusst nach Wegen, sich selbst zu beruhigen – mit Alkohol, Arbeit, Sport, Gaming oder anderen Formen der Ablenkung. Dieses Phänomen nennt man Selbstmedikation. 🧠 Was bedeutet Selbstmedikation in der Psychologie? Im psychischen Kontext meint Selbstmedikation, dass Menschen Substanzen oder Verhaltensweisen nutzen, um emotionale Zustände zu regulieren, ohne professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das kann kurzfristig entlasten – langfristig jedoch zu Abhängigkeit, Isolation oder gesundheitlichen Problemen führen. Typische Beispiele: Alkohol zum Einschlafen oder Entspannen Arbeit oder Sport als Flucht vor innerer Leere exzessives Gaming oder Streaming zur Ablenkung Medikamente, Schmerzmittel oder Cannabis zur „Beruhigung“ Das zentrale Problem: Die Ursache bleibt bestehen. Die eigentliche seelische Belastung wird betäubt, nicht bearbeitet. ⚡ Warum Männer besonders gefährdet sind Gesellschaftliche Rollenbilder spielen eine große Rolle: Männer sollen stark, unabhängig und kontrolliert wirken. Emotionale Verletzlichkeit wird oft als Schwäche empfunden – besonders in beruflichen oder sozialen Kontexten. Viele Männer sagen deshalb Dinge wie: „Ich brauche keine Hilfe, das kriege ich allein hin.“ „Es ist doch nur ein Bier am Abend.“ Doch hinter dieser Haltung steckt oft ein stiller Hilferuf. Studien zeigen, dass Männer seltener therapeutische Unterstützung suchen – aber häufiger Suchtverhalten entwickeln. Alkohol, Arbeit oder Sport dienen als Ventil für unausgesprochene Gefühle wie Angst, Stress oder Einsamkeit. 🚨 Warnsignale für Sucht oder Selbstmedikation Selbstmedikation entwickelt sich schleichend. Diese Anzeichen können auf ein riskantes Muster hinweisen: Häufiges Bedürfnis nach Alkohol, um zu entspannen oder „runterzukommen“ Schuldgefühle oder Rechtfertigungen nach dem Konsum Gereiztheit oder Unruhe, wenn das gewohnte Verhalten ausbleibt Verlust von Interesse an anderen Aktivitäten Rückzug von Freunden oder Familie Leistungsabfall, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme Wer solche Signale bei sich oder anderen erkennt, sollte sie ernst nehmen – und nicht als „Phase“ abtun. 💬 Wie Psychotherapie helfen kann In der Therapie geht es nicht nur darum, den Konsum zu reduzieren, sondern die ursprünglichen emotionalen Ursachen zu verstehen: Was versuche ich zu betäuben? Wovor fliehe ich? Psychotherapeutische Unterstützung kann helfen: emotionale Belastungen zu erkennen und anzusprechen gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln den Zusammenhang zwischen Stress, Emotionen und Verhalten zu verstehen Selbstmitgefühl und Selbstregulation zu stärken Oft erleben Klient*innen in der Therapie erstmals, dass es kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke ist, sich Hilfe zu holen. 💡 Wege aus dem Kreislauf 1. Ehrliche Selbstbeobachtung: Wann greife ich zu Alkohol, Arbeit oder Ablenkung – und warum? 2. Gespräch suchen: Mit einer vertrauten Person oder Therapeut*in über Belastungen sprechen. 3. Stress anders regulieren: Bewegung, Entspannung, Kreativität oder soziale Kontakte statt Substanzen. 4. Professionelle Hilfe annehmen: Frühzeitige Unterstützung verhindert, dass Suchtmuster chronisch werden. ❤️ Fazit: Sich selbst verstehen statt betäuben Sucht und Selbstmedikation sind kein Zeichen mangelnder Willenskraft – sondern ein Versuch, mit innerem Schmerz umzugehen. Wer den Mut hat, hinzusehen und Unterstützung anzunehmen, kann lernen, gesünder mit Belastung umzugehen – und langfristig mehr Ruhe, Klarheit und Selbstvertrauen finden.

Aggression und Ärger sind Gefühle, über die Männer selten offen sprechen – und doch begleiten sie viele im Alltag. Ob im Straßenverkehr, im Beruf oder zu Hause: Der innere Druck, sich „zusammenzureißen“, funktioniert oft nur so lange, bis das Fass überläuft. Doch Wut ist kein schlechtes Gefühl. Sie ist ein Signal. Ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt – in uns, in unseren Grenzen oder in unserer Umgebung. Problematisch wird es erst, wenn Wut unterdrückt oder unkontrolliert entladen wird. 💥 Warum Männer mit Ärger oft anders umgehen Viele Männer haben gelernt: „Reiß dich zusammen“, „Sei stark“, „Zeig keine Schwäche“. Gefühle wie Trauer, Angst oder Hilflosigkeit wurden schon früh verdrängt – oft unbewusst. Was bleibt, ist Wut. Denn sie fühlt sich „erlaubter“ an als Verletzlichkeit. 👉 Das Ergebnis: Wut wird zum einzigen Ausdruck von Stress, Überforderung oder Enttäuschung. Manche richten sie nach außen (Streit, Aggression), andere nach innen (Selbstkritik, Rückzug, psychosomatische Beschwerden). ⚡ Wenn Ärger zur Belastung wird Wut an sich ist nicht destruktiv – sie zeigt, dass ein Bedürfnis oder eine Grenze verletzt wurde. Aber: Wenn sie zu stark, zu häufig oder unkontrolliert auftritt, kann sie Beziehungen, Gesundheit und Selbstwert belasten. Typische Anzeichen einer gestörten Emotionsregulation: häufige Gereiztheit oder innere Unruhe plötzliche Wutausbrüche, oft wegen Kleinigkeiten körperliche Anspannung (Herzrasen, Druckgefühl, Muskelverspannungen) Schuldgefühle oder Scham nach aggressivem Verhalten Rückzug aus Angst, wieder „auszurasten“ Gefühl, unter ständiger Spannung zu stehen 🧩 Wut verstehen – statt sie zu verurteilen Aggression ist keine „böse Emotion“. Sie will schützen, abgrenzen und auf Ungerechtigkeit hinweisen. In der Psychotherapie geht es darum, die Sprache der Wut zu entschlüsseln: Was will sie mir sagen? Welche Gefühle liegen darunter? Welche Bedürfnisse sind unerfüllt? Wenn Wut verstanden und reguliert wird, kann sie zu einer Kraftquelle werden – für Klarheit, Selbstbehauptung und gesunde Grenzen. 💬 Wie Psychotherapie helfen kann Psychotherapeutische Begleitung unterstützt dabei, Wut und Ärger konstruktiv zu nutzen, statt sie zu bekämpfen. In der Therapie lernen Betroffene: eigene Auslöser und Muster zu erkennen Emotionen frühzeitig wahrzunehmen zwischen Reaktion und Handlung zu unterscheiden Spannungen durch Achtsamkeit, Bewegung oder Kommunikation abzubauen gesunde Formen des Ausdrucks (z. B. durch Sprache oder Kreativität) zu finden Ziel ist nicht, Wut „wegzumachen“, sondern sie bewusst und sicher zu steuern. ❤️ Fazit: Wut ist kein Gegner, sondern ein Wegweiser Wut ist ein Teil von uns. Wenn wir lernen, sie zu verstehen, verlieren wir nicht die Kontrolle – wir gewinnen sie zurück. Psychotherapie kann helfen, die eigene emotionale Landkarte neu zu zeichnen – mit mehr Selbstkenntnis, innerer Ruhe und authentischer Stärke.

🌿 Allerheiligen: Wie Rituale in der Trauer Halt geben können Der 1. November – Allerheiligen – ist ein Tag, an dem viele Menschen einen Moment innehalten. Auf Friedhöfen werden Kerzen angezündet, Gräber geschmückt, Erinnerungen geteilt. Es ist eine Zeit, in der die Verbindung zu Verstorbenen spürbar wird – oft still, manchmal schmerzhaft, manchmal tröstlich. Für Trauernde kann dieser Tag besonders viel auslösen. Er ruft Erinnerungen wach, aber auch Gefühle, die im Alltag vielleicht wenig Raum finden: Sehnsucht, Einsamkeit, Dankbarkeit, Liebe – oder auch die Frage, wie das Leben weitergehen kann. 🕯️ Warum Rituale trösten können In der Trauer fehlen oft Worte. Rituale können dann zu einer Sprache werden, die das ausdrückt, was im Inneren geschieht. • Rituale geben Halt. Sie schaffen Struktur in einer Zeit, die sich chaotisch oder leer anfühlen kann. • Rituale verbinden. Eine Kerze anzuzünden, ein Foto aufzustellen oder eine Blume niederzulegen – all das kann ein Gefühl von Nähe schaffen. • Rituale würdigen die Beziehung. Sie erinnern daran, dass die Liebe bleibt, auch wenn die gemeinsame Zeit vorbei ist. Viele Menschen erleben, dass kleine, persönliche Rituale – nicht nur am Friedhof, sondern auch zu Hause oder in der Natur – helfen, die Verbindung zu einem geliebten Menschen lebendig zu halten. 🌧️ Wenn Allerheiligen schwerfällt Vielleicht spüren Sie an diesem Tag besonders stark, wie sehr jemand fehlt. Oder Sie merken, dass die üblichen Rituale Sie eher belasten als trösten. Manche Menschen empfinden die kollektive Stimmung an Allerheiligen als zu viel – andere wiederum als zu wenig. Beides ist völlig in Ordnung. Trauer hat keine feste Form. Sie darf leise sein, wütend, still, liebevoll, durcheinander – manchmal alles gleichzeitig. Wichtig ist, dass Sie Ihren eigenen Weg finden. Vielleicht ist es ein Spaziergang, ein stilles Gebet, Musik hören oder das Schreiben eines Briefes an den Menschen, der nicht mehr da ist. 🌱 Heilsame Wege des Gedenkens Wenn Sie spüren, dass Sie sich mit Ihrer Trauer allein fühlen oder sie Sie zu überwältigen droht, kann es hilfreich sein, Unterstützung anzunehmen. In einem geschützten Raum – etwa in einer psychotherapeutischen Begleitung – darf Trauer sein, wie sie ist. Es geht nicht darum, „loszulassen“, sondern darum, neu in Beziehung zu treten: mit der verstorbenen Person, mit der Erinnerung und auch mit sich selbst. Gemeinsam lässt sich herausfinden, welche Formen des Gedenkens und welche Rituale Ihnen guttun – und wie Sie Schritt für Schritt wieder ins Leben zurückfinden können, ohne das Vergangene zu verlieren. ✨ Zum Mitnehmen Allerheiligen erinnert daran, dass Liebe und Verbindung über den Tod hinaus bestehen. Rituale – ob traditionell oder ganz persönlich – können dabei helfen, Schmerz und Erinnerung in etwas Sinnvolles zu verwandeln. „Trauer verändert sich – aber die Liebe bleibt.“

Beziehungen gehören zu den schönsten, aber auch herausforderndsten Bereichen unseres Lebens. Zwei Menschen mit eigenen Biografien, Werten und Bedürfnissen entscheiden sich, ihren Weg gemeinsam zu gehen – und stoßen dabei unweigerlich auf Unterschiede und Konflikte. Manchmal gelingt es, diese Differenzen im Alltag zu bewältigen. Doch es gibt auch Phasen, in denen Paare merken: Wir drehen uns im Kreis. Genau hier kann Paartherapie hilfreich sein. Wann ist Paartherapie sinnvoll? Viele Paare kommen erst in die Beratung, wenn der Konflikt schon sehr festgefahren ist. Typische Gründe können sein: • wiederkehrende Streitereien über dieselben Themen • nachlassende Nähe und Intimität • Vertrauensbrüche (z. B. durch Untreue) • unterschiedliche Vorstellungen von Zukunft, Familie oder Lebensstil • das Gefühl, „nebeneinander her“ statt miteinander zu leben Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass Paartherapie nur „das letzte Mittel“ sei. Tatsächlich kann sie auch präventiv sinnvoll sein – um Beziehungsmuster frühzeitig zu erkennen und gemeinsam neue Wege zu finden. Was passiert in der Paartherapie? Die Therapie bietet einen geschützten Raum, in dem beide Partner ihre Sichtweisen darstellen können – ohne Schuldzuweisungen, Unterbrechungen oder endlose Eskalationen. Die Rolle der Therapeutin oder des Therapeuten ist es, • die Kommunikation zu strukturieren, • blinde Flecken sichtbar zu machen, • Verständnis für die Perspektive des anderen zu fördern, • und neue Möglichkeiten für Nähe und Verbindung aufzuzeigen. Oft geht es weniger darum, „wer Recht hat“, sondern darum, die dahinterliegenden Bedürfnisse und Gefühle zu verstehen. Welche Ziele kann Paartherapie haben? Die Ziele werden individuell festgelegt. Manchmal steht die Wiederannäherung im Vordergrund, manchmal eine faire Trennungsgestaltung. Mögliche Anliegen sind: • wieder mehr Verständnis und Empathie füreinander entwickeln • konstruktiver streiten lernen • mehr Nähe, Intimität und Freude in die Beziehung bringen • gemeinsame Zukunftsperspektiven klären Wichtig ist: Die Therapie soll nicht die Beziehung „retten“, sondern beiden Partnern helfen, Klarheit zu gewinnen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Mut zur Veränderung Der Schritt in die Paartherapie kann zunächst mit Scham oder Angst verbunden sein: „Müssen wir das wirklich? Heißt das, wir haben versagt?“ – Doch das Gegenteil ist der Fall. Wer sich Unterstützung sucht, zeigt Mut, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, an sich und der Beziehung zu arbeiten. Paartherapie bedeutet, der Liebe eine neue Chance zu geben – ob das in Form einer erneuerten Partnerschaft geschieht oder in einem respektvollen Abschied. 👉 Fazit: Paartherapie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Investition in die eigene Beziehung und das persönliche Wachstum. Sie eröffnet Möglichkeiten, alte Muster zu durchbrechen und wieder in Kontakt zu kommen – mit dem Partner und mit sich selbst.

Was ist Burnout wirklich? Burnout – das „Ausgebranntsein“ – ist weit mehr als nur Stress oder Müdigkeit. Es beschreibt einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Menschen mit Burnout fühlen sich dauerhaft überfordert, innerlich leer und oft entfremdet von sich selbst und ihrem Umfeld. Auch wenn Burnout keine offizielle psychiatrische Diagnose ist, wird er in der Psychotherapie ernst genommen. Denn hinter diesem Zustand stehen häufig chronischer Stress, überhöhte Ansprüche oder eine beginnende depressive Entwicklung. Typische Burnout-Symptome Burnout entwickelt sich meist schleichend – oft über Monate oder Jahre. Anfangs stehen Motivation, Engagement und Idealismus im Vordergrund. Doch wenn die Balance zwischen Belastung und Erholung verloren geht, beginnt der Körper zu rebellieren. Häufige Anzeichen von Burnout: • Körperliche Erschöpfung: ständige Müdigkeit, Schlafstörungen, Verspannungen oder häufige Infekte • Emotionale Leere: Gereiztheit, Niedergeschlagenheit oder das Gefühl, „funktionieren zu müssen“ • Innere Distanz: Zynismus, Rückzug, Verlust an Empathie • Leistungseinbruch: Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Überforderung • Verlust von Sinn und Freude: Das, was früher erfüllend war, erscheint plötzlich sinnlos Wenn mehrere dieser Symptome über längere Zeit bestehen, ist es wichtig, aktiv zu werden – bevor der Körper und die Psyche vollständig ausbrennen. Wie entsteht Burnout? Burnout ist ein Prozess, kein plötzliches Ereignis. Er entsteht, wenn dauerhafter Stress, überhöhte Erwartungen und fehlende Erholung zusammenkommen. Typische Ursachen und Risikofaktoren: • Perfektionismus und übermäßiger Leistungsanspruch • Fehlende Abgrenzung: ständige Erreichbarkeit, kein Nein sagen • Zu wenig Anerkennung oder Sinn im Beruf • Dauerhafte Konflikte oder Überforderung im privaten Umfeld • Unausgewogenheit zwischen Arbeit, Familie und Freizeit In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist Burnout oft auch ein gesellschaftliches Phänomen: Wer ständig funktionieren muss, verliert leicht den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen. Was hilft bei Burnout? Die gute Nachricht: Burnout ist behandelbar – und mit professioneller Unterstützung oft vollständig überwindbar. Entscheidend ist, rechtzeitig hinzuschauen und Hilfe anzunehmen. Wirksame Strategien gegen Burnout: 1. Psychotherapie: Gesprächstherapie oder Verhaltenstherapie helfen, innere Antreiber zu erkennen, Grenzen zu setzen und gesunde Stressbewältigung zu erlernen. 2. Medizinische Abklärung: Eine körperliche Untersuchung stellt sicher, dass keine organischen Ursachen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen) zugrunde liegen. 3. Achtsamkeit und Entspannung: Meditation, Atemübungen, Yoga oder progressive Muskelentspannung fördern Regeneration und Selbstwahrnehmung. 4. Lebensbalance wiederfinden: Freizeit, Bewegung, soziale Kontakte und Sinnquellen bewusst stärken. 5. Selbstfürsorge statt Selbstüberforderung: Lernen, „Nein“ zu sagen, Pausen zu machen und die eigenen Grenzen zu respektieren. Burnout ist kein Zeichen von Schwäche Viele Betroffene empfinden Scham oder Schuldgefühle, weil sie glauben, versagt zu haben. Doch Burnout ist kein persönliches Scheitern – sondern ein Warnsignal des Körpers und der Psyche, dass die bisherigen Strategien nicht mehr tragen. Hilfe anzunehmen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, die eigene Gesundheit und das eigene Leben. Fazit: Burnout erkennen, ernst nehmen, vorbeugen Burnout ist ein ernstzunehmendes Phänomen unserer Zeit. Wer lernt, seine Grenzen wahrzunehmen, Stress rechtzeitig zu regulieren und achtsam mit sich umzugehen, kann Burnout effektiv vorbeugen – und wieder Lebensfreude und innere Stärke gewinnen. Wenn Sie Anzeichen von Burnout bei sich erkennen, zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Der Weg zur Erholung beginnt mit einem einzigen Schritt: sich selbst wieder wichtig zu nehmen.

Am 10. Oktober wird weltweit der World Mental Health Day, der Welttag der seelischen Gesundheit, begangen. Für uns in der psychotherapeutischen Arbeit ist dieser Tag ein besonderer Anlass, innezuhalten – und daran zu erinnern, dass psychische Gesundheit eine wesentliche Grundlage für Lebensqualität, Beziehungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit ist. 💬 Psychische Gesundheit – mehr als die Abwesenheit von Krankheit In der psychotherapeutischen Praxis begegnen wir täglich der Vielfalt menschlicher Erfahrungen: Freude und Angst, Hoffnung und Verzweiflung, Stärke und Verletzlichkeit. Mentale Gesundheit bedeutet nicht, immer „gut drauf“ zu sein, sondern die Fähigkeit, mit inneren und äußeren Herausforderungen in lebendiger Balance zu bleiben. Psychotherapie kann dabei helfen, innere Spannungen zu verstehen, festgefahrene Muster zu erkennen und neue, gesündere Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln. Sie ist ein Raum für Begegnung, Reflexion und Veränderung. ⚖️ Gesellschaftlicher Druck und individuelle Belastung In unserer modernen Leistungsgesellschaft wird psychischer Druck oft übersehen oder bagatellisiert. Viele Patient*innen berichten von Erschöpfung, Überforderung, Perfektionsansprüchen oder innerer Leere – häufig lange bevor sie professionelle Unterstützung suchen. Ein zentraler Aspekt psychotherapeutischer Arbeit ist daher die Frühintervention: Belastungen ernst zu nehmen, bevor sie zu manifesten Störungen führen. Das erfordert Sensibilisierung und Enttabuisierung – sowohl im öffentlichen Diskurs als auch im persönlichen Umfeld. 🧠 Der World Mental Health Day als Impuls zur Selbstreflexion Dieser Tag kann ein wichtiger Impuls sein – für Patient*innen, Fachkräfte und Interessierte gleichermaßen. Er lädt dazu ein, Fragen zu stellen wie: Wie steht es um meine seelische Balance? Welche Anzeichen von Stress, Erschöpfung oder innerem Druck nehme ich wahr? Welche Unterstützung tut mir gut – und wo darf ich mir Hilfe erlauben? In der psychotherapeutischen Praxis begleiten wir Menschen genau in diesen Fragen. Ziel ist es, Resilienz aufzubauen, Selbstmitgefühl zu stärken und Lebensqualität zurückzugewinnen. 🌱 Therapie als Ort der Entwicklung Psychotherapie ist mehr als Krisenintervention – sie ist ein Prozess des Wachsens. Viele Patient*innen berichten, dass sie in der therapeutischen Arbeit nicht nur Symptome lindern, sondern sich selbst auf einer tieferen Ebene verstehen lernen. Der therapeutische Raum bietet: Sicherheit und Akzeptanz: Ein Ort, an dem alles ausgesprochen werden darf. Reflexion und Erkenntnis: Ein geschützter Rahmen, um Muster zu erkennen. Veränderung und Heilung: Schrittweise Entwicklung hin zu mehr Selbstwirksamkeit. 💚 Fazit Seelische Gesundheit ist ein lebendiger Prozess, kein statischer Zustand. Sie wächst dort, wo Menschen sich gesehen, verstanden und unterstützt fühlen. Psychotherapie schafft genau diesen Raum – einen Ort, an dem Heilung beginnen kann. Der World Mental Health Day erinnert uns, dass psychische Gesundheit kein Luxus, sondern ein Grundrecht ist. Und dass jede Begegnung im therapeutischen Kontext dazu beiträgt, sie zu fördern. 👉 Wenn Sie sich in einer belastenden Lebenssituation befinden oder das Gefühl haben, den Kontakt zu sich selbst verloren zu haben: Scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Psychotherapie kann ein erster Schritt auf dem Weg zurück zu innerer Balance und Lebensfreude sein.

Triggerwarnung: Dieser Beitrag behandelt Suizidalität und Krisenerleben. Falls du akut gefährdet bist, rufe bitte sofort den Notruf 112 an oder kontaktiere eine Krisenhotline (z. B. Österreich: 142). Berichte über Suizide lassen uns oft mit vielen Fragen zurück. Das „Warum“ steht oft im Mittelpunkt – und ist oft Ausdruck des Nichtverstehens, was eine Person zu dieser Handlung treibt. Dieser Beitrag richtet sich an Angehörige und interessierte Leserinnen: Er erklärt die typischen Schritte der Einengung, nennt Warnsignale und gibt konkrete Hinweise für den Umgang im Alltag. Warum Suizidprävention so wichtig ist Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich mehr als 700.000 Menschen durch Suizid. Hinter jeder Zahl stehen Geschichten von unerträglichem inneren Schmerz, oft verborgen hinter Schweigen, Scham oder dem Gefühl von Hoffnungslosigkeit. Suizid betrifft nicht nur die Betroffenen selbst. Familien, Freund:innen, Kolleg:innen und ganze Gemeinschaften erleben tiefe Trauer, Schuldgefühle und Fragen, auf die es oft keine klaren Antworten gibt. Prävention bedeutet daher nicht nur, Leben zu retten, sondern auch Leid in einem größeren sozialen Gefüge zu verringern. Risikofaktoren und Warnsignale Suizid entsteht nie durch einen einzelnen Auslöser, sondern meist aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Zu den wichtigsten gehören: • Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Psychosen oder Suchterkrankungen • Chronische Schmerzen oder schwere körperliche Erkrankungen • Soziale Isolation, Einsamkeit oder Verlusterfahrungen • Akute Krisen, z. B. Trennung, Arbeitsplatzverlust oder finanzielle Schwierigkeiten • Frühere Suizidversuche oder Suizide in der Familie Mögliche Warnsignale sind etwa Rückzug, das Verschenken wichtiger Gegenstände, das Äußern von Hoffnungslosigkeit („Es hat ja alles keinen Sinn mehr“) oder konkrete Ankündigungen. Wichtig: Auch scheinbar „nebenbei“ geäußerte Sätze können ernst gemeinte Hilferufe sein. Suizidale Einengung Suizidale Einengung beschreibt einen Prozess, bei dem sich Gedanken, Gefühle und Handlungsmöglichkeiten einer Person zunehmend auf das Thema Selbsttötung fokussieren. Es handelt sich nicht um eine einzelne, plötzliche Entscheidung, sondern um eine Entwicklung — die sich an vielen Punkten erkennen und durch therapeutisches Handeln unterbrechen lässt. Die typische Entwicklung — Schritt für Schritt Nicht jede Person durchläuft alle Schritte gleich; die Reihenfolge kann variieren. Die folgende Darstellung ist als Orientierung gedacht: 1. Akute Belastung oder chronische Überforderung Belastende Ereignisse (Verluste, Trennung, Arbeitsplatzverlust, gesundheitliche Probleme) oder andauernder Stress erschöpfen Ressourcen. Die Fähigkeit, Probleme aktiv zu lösen, nimmt ab. 2. Wiederkehrende Grübeleien Negative Gedanken (Versagen, Schuld, Wertlosigkeit) wiederholen sich und lassen das Erleben einseitig erscheinen. Konzentration und Handlungsspielraum leiden. 3. Kognitive Einengung — Gefühl von Alternativlosigkeit Die Person erlebt weniger Lösungsmöglichkeiten; die Idee, dass es keine Auswege mehr gibt, wird dominanter. 4. Affektive Zuspitzung (Hoffnungslosigkeit) Tiefe Traurigkeit, innere Leere oder auch quälende Unruhe können auftreten. Hoffnung schwindet — die Zukunft wirkt sinnlos. 5. Fixierung auf Tod/ Sterben Gedanken an Nicht-mehr-da-sein oder an das Ende werden häufiger. Dies ist noch kein konkreter Plan, aber eine ernstzunehmende Warnstufe. 6. Konkrete Planüberlegungen Ort, Mittel oder Zeit werden in Gedanken erwogen — die Ideen verlieren ihren abstrakten Charakter. 7. Vorbereitende Verhaltensweisen Rückzug, Abschiedsgesten, das Ordnen persönlicher Angelegenheiten oder Beschaffungsaktivitäten können sichtbar werden. 8. Akute Gefährdung Wenn Schutzfaktoren fehlen und keine wirksame Intervention erfolgt, besteht unmittelbare Gefahr für das Leben. Was hilft – Wege der Prävention • Darüber reden: Offene, wertfreie Gespräche können entlastend wirken. Die Angst, Suizidgedanken anzusprechen, „mache es schlimmer“, ist unbegründet – im Gegenteil: Es signalisiert Aufmerksamkeit und Verbundenheit. • Professionelle Hilfe suchen: Psychotherapie, psychiatrische Behandlung und Krisendienste bieten Unterstützung und Strategien, um mit belastenden Gefühlen umzugehen. • Soziale Netze stärken: Zugehörigkeit, Akzeptanz und echte menschliche Nähe sind zentrale Schutzfaktoren. • Gesellschaftliche Verantwortung: Stigmaabbau, bessere Versorgungsstrukturen und Aufklärung können verhindern, dass Menschen in Krisen alleine bleiben. Hoffnung als Gegengewicht zur Verzweiflung Suizidprävention bedeutet nicht, schnelle Lösungen zu versprechen, sondern Hoffnung zugänglich zu machen – Schritt für Schritt. Viele Menschen, die suizidale Krisen überstanden haben, berichten später, dass sie froh sind, überlebt zu haben, und dass sich ihr Leben trotz tiefer Verzweiflung wieder positiv entwickelt hat. Wenn Sie selbst betroffen sind Wenn Sie gerade daran denken, sich das Leben zu nehmen, oder wenn Sie sich in einer ausweglosen Situation fühlen: Bitte bleiben Sie nicht allein damit. Sofortige Gefahr / akuter Notfall • Notruf Ambulanz (Österreich): 144 • Europäischer Notruf: 112 Telefon- und Chat-Beratung (anonym, 24/7) • TelefonSeelsorge Österreich: 142 (rund um die Uhr, vertraulich, auch Chat/E-Mail) • Rat auf Draht (für Kinder & Jugendliche): 147 (rund um die Uhr, anonym, auch Online-Chat) Wien-spezifische Krisendienste / psychiatrische Soforthilfe • Sozialpsychiatrischer Notdienst Wien (SND): 01 31330 (0–24 Uhr, für ganz Wien) • Psychiatrische Abteilung – AKH Wien (Krisenaufnahme): 01 40400-3603 • Kriseninterventionszentrum Wien: 01 406 95 95 (persönliche Erstgespräche möglich) Kurz-Anleitung: Was tun, wenn jemand akut gefährdet ist 1. Bleib bei der Person (sofern sicher). 2. Nimm Hinweise ernst — frage direkt nach Suizidgedanken, ohne zu urteilen. 3. Ruf 144 / 112 bei unmittelbarer Gefahr — oder die 142 (TelefonSeelsorge) bzw. 01 31330 (Sozialpsychiatrischer Notdienst), wenn Beratung und schnellere Hilfe nötig sind. Gesundheitsportal+2Telefonseelsorge Österreich+2 4. Entferne, wenn möglich, potenzielle Gefahrenquellen (Medikamente, scharfe Gegenstände). 5. Wenn die Person einverstanden ist: Begleite sie zum nächstgelegenen Spital (Psychiatrie/Notaufnahme).

