Warum wir uns selbst so hart beurteilen: Der innere Kritiker und wie man mit ihm umgehen kann
Sylvia Kosek • 8. August 2025
"Ich bin nicht gut genug." "Andere kriegen das auch hin." "Ich hätte mich mehr anstrengen müssen."
Kommt dir das bekannt vor? Dann kennst du vermutlich deinen inneren Kritiker. Er meldet sich oft lautstark zu Wort – und selten freundlich.
Wer oder was ist der innere Kritiker?
Der innere Kritiker ist eine Art innere Stimme, die dich bewertet, kontrolliert und oft entwertet. Er entsteht meist früh im Leben, oft aus Erfahrungen mit hohen Erwartungen, Leistungsdruck oder Kritik. Seine Absicht ist oft Schutz: Er will dich vor Ablehnung oder Fehlern bewahren. Doch sein Ton ist oft zerstörerisch.
Wie zeigt er sich?
• Ständiges Hinterfragen des eigenen Verhaltens
• Unzufriedenheit trotz objektiver Erfolge
• Vergleich mit anderen – meist zum eigenen Nachteil
• Schuld- oder Schamgefühle bei kleinsten Fehlern
Was hilft im Umgang?
• Bewusstwerden: Erkennen, wann und wie sich der Kritiker meldet
• Gegenstimmen aktivieren: Was würde ein wohlwollender Freund sagen?
• Distanz schaffen: "Das ist eine Stimme in mir, nicht die Wahrheit."
• Selbstmitgefühl üben: Sanfter mit sich selbst umgehen lernen
In der Therapie...
...kann der innere Kritiker sichtbar und besprechbar gemacht werden. Oft geht es darum, seine Ursprünge zu verstehen und alternative, freundlichere Stimmen zu stärken. Der Kritiker wird nicht immer verschwinden – aber er muss nicht das letzte Wort haben.
Fazit:
Der innere Kritiker ist weit verbreitet – und kann sehr belastend sein. Aber du kannst lernen, ihm etwas entgegenzusetzen. Mit Verständnis, Selbstführung und dem Mut, dich nicht mehr kleinmachen zu lassen.

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