Die erste Therapiestunde

Sylvia Kosek • 14. Juli 2025

Was passiert in der ersten Therapiestunde? Ein Blick hinter die Praxistür.

Der erste Termin in einer psychotherapeutischen Praxis ist für viele Menschen mit Nervosität verbunden. Was wird gefragt? Muss ich meine ganze Lebensgeschichte auspacken? Und was, wenn ich nicht weiß, wo ich anfangen soll? Keine Sorge: Die erste Stunde ist vor allem eins – ein Ankommen.

Was ist das Ziel der ersten Stunde?
Die erste Sitzung dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Du lernst deine Therapeutin oder deinen Therapeuten kennen – und diese*r lernt dich kennen. Es geht darum, herauszufinden, ob die Zusammenarbeit gut funktionieren kann. Vertrauen und Sympathie spielen dabei eine große Rolle.

Was erwartet mich konkret?
• Du wirst eingeladen, in deinen Worten zu beschreiben, warum du dir Unterstützung suchst.
• Es können Fragen zu deiner aktuellen Lebenssituation, zu Symptomen oder bisherigen Erfahrungen gestellt werden.
• Auch organisatorische Dinge wie Schweigepflicht, Honorar oder Sitzungsrhythmus werden besprochen.
Niemand erwartet, dass du sofort “alles auf den Tisch legst”. Viele Menschen fühlen sich in der ersten Sitzung noch unsicher oder emotional überfordert – das ist ganz normal.

Muss ich mich vorbereiten?
Nein. Du darfst gerne Gedanken oder Fragen notieren, wenn dir das hilft. Aber du musst nichts mitbringen oder vorbereitet haben. Therapie beginnt dort, wo du gerade stehst.

Wie geht es danach weiter?
In den ersten Stunden wird gemeinsam geschaut, ob eine Therapie sinnvoll ist und welche Form geeignet ist. Erst danach folgt ein Antrag bei der Krankenkasse oder die Vereinbarung einer Therapie auf Selbstzahlerbasis.

Fazit:
Die erste Stunde ist kein Test. Du musst nichts leisten. Es geht um ein vorsichtiges, geschütztes Kennenlernen. Und darum, den ersten Schritt zu machen – auf deinem Weg zu mehr seelischer Gesundheit.

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